Fan Controlled Football League: Wenn die Crowd von der Couch coacht

Neulich hat er die Football-Legende Joe Montana als Berater mit dazuholen können. Außerdem Prince Royce, einen Latin-Pop-Sänger mit Millionen von Fans. Krude Mischung? Mag sein. Aber während die große NFL erst nach Jahren eingesehen hat, dass beim Super Bowl die Halftime-Show wichtiger ist als das Spiel selber, hat Dees dieses Phänomen gleich mitgedacht.

Fans entscheiden

Die Geschichte von Dees und Mitgründer Sohrob Farudi geht so: Vor fünf Jahren standen sie kurz vor dem Exit mit ihrer Plattform Flipswag, einem Service, der einem anzeigte, was das Handy im Wiederverkauf wert ist. Was kommt danach? Farudi hatte ein klares Ziel: „Ich wollte schon immer die Dallas Cowboys kaufen.“ Unrealistisch, weil einerseits der Exit dann doch nicht so groß wurde, andererseits Cowboys-Besitzer und Milliardär Jerry Jones „bis ans Ende aller Tage leben wird, der Mann ist ein Vampir“, wie Dees es formuliert.

Gut, also weiter. Dees und Farudi ist aufgefallen, dass Sport schon lange keine großen, durch Tech angestoßenen Veränderungen mehr erlebt hat. Sicher, ein Videobeweis hier, eine Torlinienkamera dort. Aber das waren keine tiefen Eingriffe in einen Sport selber.

Im ersten Schritt kauften sie tatsächlich ein Footballteam, die Las Vegas Outlaws, die in der unterklassigen AFL spielen. Ihr Coup: Sie holten Vince Neil, den Sänger von Mötley Crüe, als Miteigentümer rein. Dees sagt: „Das war eine harte Saison. Vince war ein Wrack, menschlich ein Arsch. Aber wir haben es ernst genommen, haben als neues Team die Play-offs geschafft.“ Am Ende der Saison trennten sie sich von Neil. Dees sagt: „Das hat mir gezeigt, wie man ein Sportteam führt. Ich wusste, wie man Unternehmen gründet, führt und verkauft, aber Teams waren mir neu.“ Das ganze Erlebnis war für ihn etwas unbefriedigend – dem Tech-Guy fehlte das komplett Neue.

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In den vergangenen Jahren haben Farudi und Dees beobachtet, dass Fans immer besser informiert sind, über enormes Wissen verfügen. Nicht zuletzt wegen der Sportwetten, den in den USA in jedem Büro laufenden Fantasy-Football-Ligen – „und der Reihe ,Madden Football‘ von EA Sports“, sagt Dees. Er nutzt dafür den Begriff „Fan-IQ“, und der sei so hoch wie noch nie. Wie wäre es, wenn man Fans ein Team leiten ließe? Müssten nicht mit der Schwarmintelligenz der Fans die Entscheidungen besser sein als von einem einzelnen Coach?

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