Agile Arbeitswelt: Warum Unternehmen Fehler nicht bestrafen sollten

Durch Digitalisierung und der damit verbundenen Globalisierung verändert sich auch, wie wir arbeiten. Vor allem traditionelle Unternehmen tun sich schwer, sich an die neue digitalisierte Arbeitswelt und die Anforderungen der Generation Z anzupassen.

Damit ihr in eurem Unternehmen auf neue Herausforderungen vorbereitet seid, haben wir mit dem Brainbirds-Coach Marko Prislin über die neue agile Arbeitswelt gesprochen und Tipps für mehr Agilität im Unternehmen herausgearbeitet.

Rolle der Unternehmensleitung

Die Unternehmensleitung sollte eine klare Vorstellung des Unternehmenszwecks haben und wissen, wohin sich die eigene Firma entwickeln soll.

Marko Prislin sagt dazu: „In der Unternehmensleitung stellt sich die Frage, wo man das Unternehmen überhaupt hinführt. Was ist meine Rolle als CEO? Bin ich Bewahrer*in des Bestehenden oder bin ich Wegbereiter*in der Zukunft?“

Wolle das Unternehmen agil agieren, müsse die treibende Kraft dafür aus den hohen Positionen kommen. Die Unternehmensleitung traditioneller Unternehmen solle sich Gedanken machen, wie sie in der neuen Welt mit digitalen Unternehmen wie Google konkurrieren könnten, rät Marko.

Fehlerkultur vs. Lernkultur

In der deutschen Arbeitswelt werden Fehler immer noch häufig als etwas Negatives empfunden. Wer Fehler macht, wird bestraft.

Dabei sollte genau das Gegenteil der Fall sein, so Marko Prislin: „Wir brauchen eine Lernkultur, in der wir voneinander profitieren. In der wir Fehler schnell und kostengünstig machen und daraus für die Zukunft lernen. Dann können wir das adaptieren und neue Richtungen einschlagen. Das ist mitunter das, was hinter dem Schlagwort Agilität steckt.“

In einigen Unternehmen gibt es schon heute ein Punktesystem, das Mitarbeiter*innen belohnt, die ihre Fehler melden. Diese Fehler werden dann aufbereitet und mit Erkenntnissen versehen allen anderen zur Verfügung gestellt. So solle verhindert werden, dass zweimal der gleiche Fehler passiere, so Marko Prislin.

Richtige Priorisierung

Um mit neuen Herausforderungen besser zurechtzukommen, sei es von großem Vorteil, die eigenen Aufgaben richtig zu priorisieren. Häufig seien Mitarbeiter*innen völlig überfordert, weil ihnen zu viele Aufgaben zur gleichen Zeit zugeschrieben werden. Da sei es wichtig „zu lernen, was Priorisierung wirklich heißt“.

Im Zeitalter der Konsument*innen sollte bei den eigenen Tasks eine Prio ganz oben stehen: das Bedürfnis der Kund*innen. „Bei allem, was ich tue, muss ich mir die Frage stellen: Löst das ein Problem meiner Kund*innen? Wenn nein, lohnt es sich meist gar nicht es anzugehen. Im zweiten Schritt frage ich mich dann, wenn es um eine dezidiertere Priorisierung geht: Was löst das Problem meiner Kund*innen am besten? Und wie kann ich es am schlankesten umsetzen?“

Mit Hilfe gesammelter Daten von Kund*innen beziehungsweise Nutzer*innen kann man so effektiv priorisieren und keine Zeit mit unnötigen Aufgaben verschwenden, die das Unternehmen an der Weiterentwicklung hindern.

Hierarchiefreiheit

In Zukunft sollen laut Marko Prislin vor allem interdisziplinäre Teams von großer Bedeutung sein. Interdisziplinär bedeutet, dass Teams nicht einfach in gleiche Kompetenzen eingeteilt werden. Stattdessen wird eine Gruppe mit Personen aus völlig verschiedenen Kompetenzfeldern zusammengestellt, die gemeinsam an einem Projekt oder Thema arbeiten, um sich so zu ergänzen.

„Wenn ein interdisziplinäres Team mit Daten arbeitet und durch Tests herausfindet, dass die Kundschaft eher auf rot als auf blau springt, die Führungskraft aber sagt, sie wolle lieber blau, weil sie die*der Chef*in ist, könnte das schwierig werden.“ Deshalb führe die Methode der interdisziplinären Teams automatisch zu einer gewissen Hierarchiefreiheit, so Marko Prislin.

Wer sein Unternehmen fit für die Zukunft machen will, sollte also einiges beachten, kann sich aber durch verschiedene Methoden und Tricks bestens an die neue Arbeitswelt anpassen.


Michael Gnahm

Michael studiert Marketingkommunikation, weil er es mit klassischen Studiengängen wie Wirtschaftswissenschaften einfach nicht so hat. In den Journalismus ist er zufällig reingestolpert und mittlerweile voll in Love. In seiner Freizeit hört er gerne musikalische Kunstwerke aus dem Bereich des deutschen Sprechgesangs. Also komm ins Café, wir müssen reden!

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