Zwischen Sorge und Hoffnung – So erleben Kreative und Fotograf*innen die Coronakrise

Die Coronakrisen bedingten Zuhause-bleiben-Maßnahmen haben viele Branchen getroffen, so auch die Medienwelt. Während dort viele das Glück haben, einfach vom Homeoffice aus ihren Job zu erledigen, müssen Fotograf*innen komplett umdenken. Shootings werden eingespart oder können wegen Reise- und Versammlungsstopps nicht stattfinden. Und jetzt?

Um einen Überblick über ihre Lage zu erhalten, wie sie sich jetzt umstrukturieren und worauf sie hoffen, haben wir zehn Fotografinnen und Fotografen ein paar Fragen geschickt.

Hier ist ein Auszug ihrer Antworten:

Evelyn Dragan, Frankfurt

Foto via Evelyn Dragan | Instagram @evelyndragan

Wie empfindest du die aktuelle Situation?

Ich stand die ersten Tage wie unter Strom: Eine Nachricht jagte die nächste, ich musste meinen Büroplatz ab- und das Homeoffice aufbauen, Termine verschieben und alle Finanzen durchgehen. Ich merke, dass ich die Situation mit nichts vergleichen kann, was ich bisher erlebt habe. Natürlich ist da die Sorge, wie es in meinem Beruf langfristig weitergeht, aber ich empfinde auch sehr viel Dankbarkeit – dafür, dass es mir soweit gut geht, aber besonders für die Menschen, die gerade so viel für uns alle leisten.

Wie stellst du dich darauf ein?

Ich nehme es Tag für Tag und Schritt für Schritt. Ich kann zum Glück hier und da noch arbeiten und habe ansonsten noch eine lange Liste mit Dingen, die ich gerne lernen oder endlich erledigen möchte. Kurzfristig bin ich also erst einmal beschäftigt.

Was gibt Dir Hoffnung?

Ich hatte in der vergangenen Woche so viel Austausch mit Freund*innen, Kolleg*innen und Familie wie schon lange nicht mehr. Wir rücken durch diese Krise alle näher zusammen. 

Jan Philip Welchering, Berlin

Foto via Jan Welchering | Instagram @jpwelchering

Wie empfindest du die aktuelle Situation?

Momentan relativ gelassen. Die letzten Tage war ich mit meinen Kindern auf dem Land, hab nur das Nötigste verfolgt und bin sehr entspannt. Dinge, die ich eh nicht ändern kann, kann man nur hinnehmen, das Beste draus machen oder verrückt werden. Natürlich sind für mich sämtliche Jobs weggebrochen, aber zum Glück leben wir in einem Land, das wirtschaftlich nicht die schlechtesten Voraussetzungen hat und nun auch die sozialen Seiten des Staates verstärkt werden. Ich habe ein paar kleine Rücklagen, die eigentlich für etwas anderes gedacht waren, aber mich in der jetzigen Situation ein paar Monate über Wasser halten können.

Wie stellst du dich darauf ein?

Ich werde mich um die Soforthilfe für Kleinstunternehmer*innen kümmern. Da zudem die Märkte komplett eingebrochen sind und ich die Grundidee eines dezentralisierten Bankensystems sehr gut finde, habe ich einen Teil meiner spärlichen Rücklagen darein investiert.

Außerdem habe ich diesen großartigen, fantastischen Online-Shop für meine Bilder gebaut und hoffe, mich so erstmal über Wasser zu halten, denn die Jobs werden sehr spärlich sein. In der Zwischenzeit muss weiter die Miete bezahlt werden, die Kinder brauchen was zu essen und vielleicht geht nach oder während der ganzen Schose mein Rechner und/oder die Kamera kaputt. Dann würde ich echt blöd dastehen. Also: improvisieren, mal schauen, was funktioniert und wie lange alles dauert. 

Julia Sellmann, Köln

Foto via Julia Sellmann | Instagram @juliasellmann

Wie stellst du dich auf die aktuelle Situation ein?

Ich versuche, es sehr pragmatisch zu sehen. Auch mir sind Aufträge flöten gegangen, klar, aber der Drang nach guten, aktuellen Geschichten ist da! Als Fotograf*innen gehen wir ja raus in die Welt, um mit unseren Bildern etwas über sie zu erzählen. Jetzt hat Covid-19 die Regeln für dieses Spiel verschärft. Ich bin gespannt was wir daraus machen. Let‘s go!

Was gibt dir Hoffnung?

Telefonate mit Oma, sie sagt, es kommen auch wieder andere Zeiten. Und das Wissen, genug Toilettenpapier zu haben.

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