„Miss Period“ zeigt an, welche Mitarbeitenden menstruieren

In einem japanischen Bekleidungsgeschäft können Mitarbeiter*innen mit einem besonderen Schild zeigen, dass sie ihre Periode haben. Die Kundschaft reagiert gespalten.

Mitarbeiter*innen des japanischen Geschäfts Daimaru müssen bei ihrer Arbeit viel herumlaufen und Kund*innen beraten. Das ist anstrengend, vor allen an Tagen, an denen sie menstruieren und sich am liebsten mit einer Wärmflasche im Bett verkriechen würden. Darum hat die Personalabteilung ein besonderes Konzept erdacht, dass die Mitarbeitenden während der Menstruation unterstützen soll.

Wer menstruiert, kann seit November 2019 mit einem kleinen Kärtchen darauf aufmerksam machen, das unter das Namensschild geheftet wird. Darauf abgebildet ist der Cartooncharakter Miss Period, auf Deutsch Frau Periode. Das Tragen der Kärtchen ist freiwillig und wurde auf Wunsch der Angestellten eingeführt. Das Ziel war, dass die Karten zu mehr Empathie für die Menstruierenden führen sollten. Wer mit Miss Period herumläuft, darf längere Pausen machen und bekommt mehr Unterstützung im Laden.

Shitstorm der Kundschaft

Allerdings hatte die Personalabteilung nicht bedacht, dass auch die Kund*innen mitbekommen würden, wer gerade menstruiert. „Es war niemals unsere Intention, diese Informationen mit den Kund*innen zu teilen“, erklärte die Pressesprecherin des Unternehmens gegenüber der BBC. Diese hatten die Schilder nicht gerade wohlwollend aufgefasst. Es habe viele Beschwerden und „besorgniserregende Belästigung“ gegeben.

Nun überdenkt das Unternehmen den Schritt, da viele Mitarbeitende äußerten, sie würden sich mit den Schildern unwohl fühlen. Man suche nun nach einer Lösung, die einerseits die Arbeitskräfte schütze und andererseits dafür sorge, dass sie während ihrer Periode die nötige Unterstützung erhielten.

Dieser Artikel von Katharina Alexander ist zuerst auf ze.tt erschienen. Hier könnt ihr ze.tt auf Facebook folgen.


ze.tt

ze.tt ist ein Onlinemagazin aus dem Zeitverlag. Wir setzen auf konstruktiven Journalismus und wollen das Leben unserer Leser*innen zum Positiven verändern. Wir eröffnen Perspektiven, wie Menschen zwischen Schulabschluss und erstem Jobwechsel ihr Glück im Leben, in der Liebe, in der Arbeitswelt, im Alltag, am Esstisch, im Bett und auf Reisen finden können, und stehen dabei für Gleichberechtigung, Feminismus und Inklusion. Unser Motto: „Du bist okay so, wie Du bist!”

Zum Autor

Das können wir Dir auch empfehlen

placeholder
placeholder
placeholder